Donnerstag, 14. Juni 2012

Dem dreifaltigen Gott zu Ehre


Gott liebt uns Menschen so sehr,  er arbeitet mit seiner Allmacht, Weisheit und Güte sogar mit unseren Fehlern, um selbst diese zum Besten zu wenden.

Die wahre Vollkommenheit besteht in nichts anderem als in der Erkenntnis der Größe und Güte Gottes, wie auch in der Erkenntnis unserer eigenen Nichtigkeit und unserer Hinneigung zum Bösen; in der Liebe zu Gott und dem Haß gegen uns selbst; in bereitwilliger Unterwürfigkeit nicht allein Gott gegenüber, sondern auch gegen jedes Geschöpf; im gänzlichen Verzicht auf unseren eigenen Willen und der völligen Hingabe in den Willen Gottes, und zwar so, daß der einzige Beweggrund all unseres Wollens und Handels einzig Gottes Ehre, seine Verherrlichung und sein Wohlgefallen sein darf, weil er es so will und weil er es verdient, daß er von allen Geschöpfen geliebt werde.


 Das ist das Gesetz der Liebe, das von Gottes Hand in das Herz seiner getreuen Diener geschrieben ist. Das ist die Selbstverleugnung, die er von uns fordert. Das ist sein "süßes Joch" und seine "leichte Bürde". Das ist jener Gehorsam, zu welchem unser Erlöser und Meister uns durch sein Wort und Beispiel ruft. - 


Freilich ist die Bekehrung der Seelen an sich Gott lieber als die Bekämpfung irgendeiner Begierde. Nichtsdestoweniger darf man aber nicht das wollen uns ausführen, was erhabener und vorzüglicher ist, sondern das, was Gott in erster Linie fordert und will. Zweifellos verlangt er von uns zuerst, dass man den Kampf aufnimmt und auf die Überwindung seiner Leidenschaften bedacht ist, als dass du bei irgendeiner ungeordneten Neigung große und erhabene Werke vollbringt. 

Ich denke, man solle in allem was in unserem Leben passiert den Wohlgefallen Gottes suchen. Um den Willen mit größerer Leichtigkeit dahin zu lenken, dass er in allen Dingen und Tätigkeiten nur das Wohlgefallen Gottes und die Ehre Gottes suche, soll man sich häufig daran erinnern, dass Gott einen jeden Menschen zuerst auf mannigfache Weise bevorzugt und geliebt hat:            
           
  • durch die Erschaffung, indem er dich aus dem Nichts zu seinem Ebenbild gemacht  und alle anderen Geschöpfe zu deinem Dienste bestimmt hat;
  • durch die Erlösung, indem er nicht einen Engel, sondern seinen eingeborenen Sohn sandte, um dich nicht mit einem vergänglichen Preise von Gold und Silber zu erkaufen, sondern durch sein kostbares Blut und einen qualvollen Tod am Kreuz. 
  • Jede Stunde, ja jeden Augenblick beschützt er dich bereitwillig vor seinen Feinden, streitet für dich mit seiner Gnade und hält zu deiner Stärkung im Sakrament des Altars seinen vielgeliebten Sohn beständig bereit. 

Ist dies nicht ein Zeichen einer unbeschreiblichen Hochachtung und Liebe, die der unendliche Gott für dich hegt?

Kein Mensch vermag zu begreifen, wie hoch dieser erhabene Herr uns arme Menschenkinder achtet, wie er sich unseres Elends und unserer Niedrigkeit annimmt, und wie sehr wir deshalb seiner unaussprechlichen Majestät gegenüber verpflichtet sind, die für uns so vieles und so Großes getan hat.  Da die Liebe Gottes eine Gegenreaktion im Verhalten hin zur Einhaltung der Gebote verlangt, hassen viele Menschen diese. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen